Es kommt ein Schiff…

boot

“Es kommt ein Schiff, geladen bis an sein höchsten Bord” heisst es in einem alten Adventslied. Advent und Weihnachten sind vorbei, aber noch immer kommen Schiffe auf uns zu. Sie schwimmen im Mittelmeer und sind beladen mit Menschen, die nach einem Ort zum Leben für sich und ihre Familien suchen. “Seelenverkäufer” nannte man früher solch marode Schiffe. Heute werden sie von skrupellosen Verbrecherbanden genutzt, um mit der Not der Menschen an Bord ein Millionengeschäft zu machen. Und was tut die internationale Staatengemeinschaft, um diesem menschenverachtenden Treiben, dem mittlerweile tausendfachen Tod auf dem Meer ein Ende zu setzen? Okay, man fischt die Schiffbrüchigen aus dem Wasser, bringt sie in überfüllte Aufnahmelager, gibt ihnen zu essen. Aber dann geht das Feilschen los. “Wer will Flüchlinge aufnehmen?” Keiner. Und nur unter dem Zwang der Ereignisse wird lustlos an neuen Gesetzen gestrickt, werden Quoten festgelegt und Einwanderungsbestimmungen gelockert. Nein, die Bootsflüchtlinge will niemand wirklich haben. Und die Stimmen des Protestes gegen soviel Gleichgültigkeit, die sich in unserem Land erheben, sind so leise, dass man schon genau hinhören muss. Parteien und Politiker fürchten um den Verlust von Wählerstimmen und schielen ängstlich nach rechts. Und wo ist die Kirche?
“Es kommt ein Schiff, geladen…” Ich bin sicher: immer ist Christus mit an Bord. Wissen Sie, wie das Lied weitergeht: “Das Segel ist die Liebe, der Heilig’ Geist der Mast.” Wäre das ein Programm?
foto: kna-bild

Wegwerfen war gestern – Repair Café in Münster

Küchenmaschine defekt, Stuhlbein abgebrochen, Loch im Pullover, Elektrokabel am Fön abgerissen – und schon landet alles auf dem Müll. Das muss nicht sein, denn Gegenstände lassen sich reparieren. Leider ist das Wissen um eine gelungene Reparatur in unserer Gesellschaft abhanden gekommen. Wir kaufen immer mehr und werfen dementsprechend mehr weg. “Neu ist billiger als reparieren.” Das ist oft eine (scheinbar billige) Ausrede der Geschäftsleute. Wer dem entgegen steuern möchte, geht in ein Repair Café und repariert seine Gegenstände unter Anleitung eines Fachmanns oder einer Fachfrau selber. Die Repair-Bewegung hat ihren Ursprung in den Niederlanden und hat auch in deutschen Städten bereits Fuß gefasst.. Sie will, dass Reparieren wieder in Mode kommt und dass Wissen erhalten wird, wie man Dinge repariert. Der Ska-Treff, ein Bürgertreff im Mauritzviertel in Münster hat sich gemeinsam mit der Bewegung “Transition Town” zum Ziel gesetzt, auch in Münster ein  Repair Café zu eröffnen. Es fehlen jedoch noch ehrenamtliche Fachmänner und Fachfrauen, die es sich vorstellen können, diese Aktion zu begleiten. Wer sich angesprochen fühlt und dabei sein möchte, kann sich per email unter ska-treff@guterhirte.de melden

Guten Appetit im “Yelemani”-Restaurant

burkina
Ein gutes Essen hält Leib und Seele zusammen. Das ist die Idee hinter einem Projekt der Schwestern vom Guten Hirten in Burkina Faso. In der Stadt Bobo Dioulasso gründeten sie das Restaurant “Yelemani”, das Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Mädchen und Frauen schaffen und darüber hinaus mit guter lokaler und französischer Küche aufwarten soll. Ein einmalige Projekt, das schon jetzt große Aufmerksamkeit im Lande gefunden hat. Burkina Faso, die ehemalige französische Kolonie Obervolta, ist eines der ärmsten Länder der Erde. Fast die Hälfte der 16 Millionen Einwohnern lebt unterhalb der Armutsgrenze. 2013 entstand der Plan, auf dem Gelände des Guten-Hirten-Gemeindezentrums ein Restaurant zu eröffnen. “Yelemani” bedeutet in der lokalen Dioula-Sprache soviel wie “Veränderung, Wandel” und beschreibt damit die Absicht dieses Projektes, nämlich Frauen und Mädchen aus den Slums eine Ausbildung zu verschaffen und so ihre Lebenssituation zu verbessern. In Halbjahreskursen sollen Frauen und Mädchen in der Küche, in der Bäckerei und im Restaurantservice ausgebildet werden. Im Juni 2014 konnten die Schwestern die erste Ausbildungsgruppe starten. Sie besteht aus fünf Mädchen, drei Ausbilderinnen, einem Laufburschen und einer Buchhalterin. Zusätzlich nehmen drei freiwillige Helferinnen an dem Kurs teil. Jedes Mädchen erhielt zu Beginn der Ausbildung ein Fahrrad, damit sie von zuhause zum Unterricht kommen können. Die meisten haben die Schule vorzeitig verlassen oder nie eine Schule besucht. Einige Mädchen kommen aus dem Frauenschutzhaus der Schwestern, anderen leben bei ihren Familien.
Natürlich entwickelten die Schwestern auch Strategien, um im Lokalradio, in den Zeitungen und durch Mund-zu-Mund-Propaganda Werbung für das neue Restaurant mit seinen 42 Plätzen zu machen. Schwester Hilaria Puthirikkal, die Leiterin des Schwesternkonventes, ist zuversichtlich, dass sich in zwei bis drei Jahren der Restaurantbetrieb rechnet. Zunächst aber wird das Projekt vielen Familien ein kleines Einkommen sichern, ihnen Zugang zur Gesundheitsfürsorge verschaffen und den Kindern eine Schulausbildung ermöglichen. Und Schwester Hilaria hat bereits eine neue Idee: Sie sucht Sponsoren für einen Pizza-Ofen, denn eine Pizzaria ist eine Rarität in Bobo Dioulasso. Ein italienischer Pizza-Bäcker hat sich bereits angeboten, die Frauen kostenlos im Pizzabacken zu unterweisen.

Schwestern in Hofheim öffnen ihre Türen

Tag der offenen KlösterWas läuft eigentlich hinter den Mauern eines Kloster? Wer das wissen möchte, hat am 10. Mai 2014 Gelegenheit, die Schwestern vom Guten Hirten in Hofheim bei Frankfurt kennen zu lernen. Allerdings ist die Niederlassung der Schwestern kein “Kloster” im klassischen Sinne. Es gibt dort eine Schwesternkommunität, ein Pflegeheim für ältere Ordensangehörige, einen Fair-Trade-Laden, eine Kirche mit lebendiger Gottesdienstgestaltung und vieles mehr. Am 10. Mai werden mehrere Videos gezeigt, man kann das Haus besichtigen, am Gottesdienst teilnehmen und mit den Schwestern diskutieren. Also ab nach Hofheim! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Schluß mit der Gewalt gegen Frauen!

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Generalsekretär Ban Ki-moon hat vor einigen Jahren die Initiative “Say No – Unite to end violence against women” ins Leben gerufen, auf gut Deutsch: “Sagt Nein – vereint für ein Ende der Gewalt gegen Frauen”. Der sogannte “Orange-Day” – jeder 25. Tag eines Monats – will den Einsatz gegen Gewalt und Diskriminierung gegenüber Frauen das ganze Jahr hindurch wachhalten. Alle, die sich an der Aktion beteiligen, tragen jeweils am 25. ein orangefarbenes Kleidungsstück oder das Logo des Orange-Days. So können sie Fragenden Rede und Antwort stehen und sie für das Thema sensibilisieren. Die Schwestern vom Guten Hirten, die sich u.a. weltweit um Frauen und Mädchen kümmern, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, haben Buttons mit dem Logo herstellen lassen, um sie am 25. zu tragen. In den sechszehn Tagen zwischen dem 25. November 2013, dem Internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt gegenüber Frauen, und dem 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, finden weltweit viele Initiativen statt, um die Gesellschaft für dieses Thema zu sensibilisieren und eine Veränderung zu bewirken.
Mehr zum Thema gibt es hier: http://www.saynotoviolence.org/

Dem Herzen vertrauen


Rote Luftballons in Herzform schwebten durch das Festzelt beim Haus vom Guten Hirten in Münster. Mehr als zweihundert Gäste, Schwestern und Freunde des Ordens aus der ganzen Welt waren gekommen, um den 150. Geburstag von Schwester Maria Droste zu Vischering zu feiern. Die westfälische Adelige war als junge Frau in den Orden eingetreten und leitete bis zu ihrem frühen Tod im Jahre 1899 das Kloster der Schwestern in Porto (Portugal). 1975 wurde sie seliggesprochen, und zur Zeit läuft in New York und Rom der Heiligsprechungsprozeß. Die Geburtstagfeier in Münster stand unter dem Motto “Dem Herzen vertrauen”. Es spielt an auf Marias großes Vertrauen in Gott. Sie hatte alles aufgegeben: das Leben als Adelige, ihr Erbteil, ihre Familie und ihre Freunde, um ganz für die Kinder und Jugendliche dazusein, die sich in Porto in der Obhut der Schwestern vom Guten Hirten befanden. Obwohl eine schwere Rückenmarksentzündung mit Lähmungserscheinungen die letzten Jahre ihres Lebens zur Qual machten, verlor sie nie ihre Hoffnung und ihren Humor. Sie schrieb Bettelbriefe an ihre Verwandtschaft, rückte Politikern und Beamten auf die Pelle, kümmerte sich um Ausbildungsplätze für die Jugendlichen, rettete Ehen und schlichtete Streit. Jeden Tag schleppte sie sich in das Besuchzimmer, wo viele Menschen ihren Rat und ihre Hilfe suchten. In Porto hieß sie nur “die kleine Heilige aus Deutschland”. Mehr über ihre Leben gibt es hier: www.guterhirte.de/droste.html.

Das Dach über dem Kopf angezündet
Schwestern vom Guten Hirten fliehen aus Suez

Die Schwestern besichtigen mit Nachbarn und Freunden die zerstörten Räume.

Die Schwestern besichtigen mit Nachbarn und Freunden die zerstörten Räume.

Die Schwestern vom Guten Hirten in Ägypten haben ihre Niederlassung in Suez verlassen müssen, wo sie eine Schule, ein Waisenhaus und eine Armenapotheke unterhalten. Am 15. August 2013 waren die Schwestern bei der Arbeit, als sie auf einmal merkten, dass radikale Islamisten Brandsätze gegen die Kirche und in die Armenapotheke warfen. Im Nu stand das Haus in Flammen. Auch die Bäume rundherum brannten, und die Schwestern waren nicht imstande, das Feuer zu löschen. Die Gewalttäter zogen weiter zur Niederlassung der Franziskanerinnen und zündeten deren Schule an. Danach kamen sie zurück und warfen weitere Brandsätze in die Schule der Schwestern vom Guten Hirten, die normalerweise von 500 SchülerInnen besucht wird. Die waren zum Glück in den Ferien. Aber die Schulbänke, die Schulkleidung, die Hefte, die Bücher, alles verbrannte. Die Schwestern waren äußerst schockiert. Sie mussten das Haus verlassen und fanden Unterschlupf bei einer befreundeten Familie. Am nächsten Morgen machten sie sich auf den Weg nach Kairo in das dortige Kloster.
Auch die Christen in Kairo fühlen sich nicht sicher. Sr. Marie Karima, die Provinzleiterin, hatte schon einige Tage zuvor geäußert, dass die Situation für die Christen in Ägypten sehr gefährlich sei, weil die Islamisten in ihnen eine Gruppe sehen, die nicht hinter dem ehemaligen Präsidenten Mursi steht.

Kein Lamm am Veggie-Day

Da fordern die “Grünen” nun einen fleischlosen Tag in der Woche für alle. So als hätten sie nie davon gehört, dass für Christen der Freitag seit Jahrhunderten ein freiwilliger “Fasttag” ist – wenn auch aus anderen Gründen. Aber das scheint weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein.
Der “Veggie-Day solle bewusst machen, dass mit der Fleischproduktion riesige Probleme einhergehen – für Mensch und Tier, sagen die “Grünen”. Die Bilanz sei erschreckend. Zur Produktion von einem Kilogramm Fleisch würden 16 Kilo Getreide und bis zu 15.000 Liter Wasser verbraucht. Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) hat schon vor einiger Zeit die Faustregel aufgestellt, wonach 1 kg Fleisch zehnmal umweltschädlicher ist als 1 kg Gemüse. Also jeden Donnerstag Veggie-Day in Restaurants und Kantinen?
Würde sich wirklich etwas ändern? Würde ein (möglicher) Rückgang des Fleischkonsums hierzulande nicht automatisch dazu führen, dass noch mehr Rind- und Schweinefleisch mit EU-Subventionen in die sogenannte Dritte Welt, vornehmlich nach Afrika exportiert wird und dort die heimischen Bauern ruiniert?
75 Prozent aller Deutschen sind laut einer aktuellen Studie der Unis Hohenheim und Göttingen „unbekümmerte Fleischesser.”  Das bedeutet: Nur jeder vierte Deutsche hat jemals darüber nachgedacht, seinen Konsum im Sinne der Umwelt oder der eigenen Gesundheit einzuschränken. Da ist es doch bemerkenswert, dass die Schwestern vom Guten Hirten bereits seit einigen Jahren Leitlinien für umweltgerechtes Handeln entwickelt und umgesetzt haben. Darin heißt es u.a: “Wir wollen als einzelne wie als Lebensgemeinschaft unseren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten, indem wir unseren Verbrauch an Wasser und Energie reduzieren, Rohstoffe durch bewusstes Recycling einsparen und einen nachhaltigen, schöpfungsbewussten Lebensstil pflegen.”
Und das nicht nur donnerstags oder freitags…

Guter Hirte Blog

So, da ist er also, der Blog der Schwestern vom Guten Hirten. Und was soll hier zu lesen sein? Es gibt doch schon die offizielle Website des Ordens unter www.guterhirte.de.  Okay, aber mit diesem Blog möchten wir die vielen bunten Schafe erreichen, die nicht zum „Schafstall“ gehören. Schafe brauchen einen guten Hirten. Menschen manchmal auch. Besonders in schwierigen Lebenssituationen. Schwestern vom Guten Hirten bemühen sich weltweit, jungen Mädchen, Frauen und Familien in Not mit ihren Angeboten zu helfen. Deshalb wird es in diesem Blog um heisse Themen wie Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung von Frauen, soziale Gerechtigkeit, Migration, Integration von Behinderten und Randgruppen, Fairer Handel, Umweltschutz und natürlich auch um Kirche und Orden gehen.
Ach ja, unser Titelbild. Wir verdanken es einer Aktion des ev. Kirchenkreises Nordfriesland. Dort wurden zur Vorbereitung des Kirchentages 2013 in Hamburg rund 70 weiße Kunststoffschafe an die Gemeinden verteilt und von Kindern und Jugendlichen phantasievoll bemalt. Eine tolle Idee, wie wir finden. Das Foto stellte uns freundlicherweise Pfarrer Klaus-Uwe Nommensen zur Verfügung. Herzlichen Dank dafür!

Da Blogs ein bevorzugtes Tummelfeld für Spammer sind, haben wir eine einfache Regelung getroffen. Nur registierte Benutzer können Beiträge schreiben oder kommentieren.

Zum Schluß ein freudiges „Mäh“ an alle, die mitwirken und mit ihrer „Farbe“ die Herde bereichern möchten.