Es kommt ein Schiff…

boot

“Es kommt ein Schiff, geladen bis an sein höchsten Bord” heisst es in einem alten Adventslied. Advent und Weihnachten sind vorbei, aber noch immer kommen Schiffe auf uns zu. Sie schwimmen im Mittelmeer und sind beladen mit Menschen, die nach einem Ort zum Leben für sich und ihre Familien suchen. “Seelenverkäufer” nannte man früher solch marode Schiffe. Heute werden sie von skrupellosen Verbrecherbanden genutzt, um mit der Not der Menschen an Bord ein Millionengeschäft zu machen. Und was tut die internationale Staatengemeinschaft, um diesem menschenverachtenden Treiben, dem mittlerweile tausendfachen Tod auf dem Meer ein Ende zu setzen? Okay, man fischt die Schiffbrüchigen aus dem Wasser, bringt sie in überfüllte Aufnahmelager, gibt ihnen zu essen. Aber dann geht das Feilschen los. “Wer will Flüchlinge aufnehmen?” Keiner. Und nur unter dem Zwang der Ereignisse wird lustlos an neuen Gesetzen gestrickt, werden Quoten festgelegt und Einwanderungsbestimmungen gelockert. Nein, die Bootsflüchtlinge will niemand wirklich haben. Und die Stimmen des Protestes gegen soviel Gleichgültigkeit, die sich in unserem Land erheben, sind so leise, dass man schon genau hinhören muss. Parteien und Politiker fürchten um den Verlust von Wählerstimmen und schielen ängstlich nach rechts. Und wo ist die Kirche?
“Es kommt ein Schiff, geladen…” Ich bin sicher: immer ist Christus mit an Bord. Wissen Sie, wie das Lied weitergeht: “Das Segel ist die Liebe, der Heilig’ Geist der Mast.” Wäre das ein Programm?
foto: kna-bild

Das Dach über dem Kopf angezündet
Schwestern vom Guten Hirten fliehen aus Suez

Die Schwestern besichtigen mit Nachbarn und Freunden die zerstörten Räume.

Die Schwestern besichtigen mit Nachbarn und Freunden die zerstörten Räume.

Die Schwestern vom Guten Hirten in Ägypten haben ihre Niederlassung in Suez verlassen müssen, wo sie eine Schule, ein Waisenhaus und eine Armenapotheke unterhalten. Am 15. August 2013 waren die Schwestern bei der Arbeit, als sie auf einmal merkten, dass radikale Islamisten Brandsätze gegen die Kirche und in die Armenapotheke warfen. Im Nu stand das Haus in Flammen. Auch die Bäume rundherum brannten, und die Schwestern waren nicht imstande, das Feuer zu löschen. Die Gewalttäter zogen weiter zur Niederlassung der Franziskanerinnen und zündeten deren Schule an. Danach kamen sie zurück und warfen weitere Brandsätze in die Schule der Schwestern vom Guten Hirten, die normalerweise von 500 SchülerInnen besucht wird. Die waren zum Glück in den Ferien. Aber die Schulbänke, die Schulkleidung, die Hefte, die Bücher, alles verbrannte. Die Schwestern waren äußerst schockiert. Sie mussten das Haus verlassen und fanden Unterschlupf bei einer befreundeten Familie. Am nächsten Morgen machten sie sich auf den Weg nach Kairo in das dortige Kloster.
Auch die Christen in Kairo fühlen sich nicht sicher. Sr. Marie Karima, die Provinzleiterin, hatte schon einige Tage zuvor geäußert, dass die Situation für die Christen in Ägypten sehr gefährlich sei, weil die Islamisten in ihnen eine Gruppe sehen, die nicht hinter dem ehemaligen Präsidenten Mursi steht.