Interkontinentale Versammlung per Internet

Interkontinentale Versammlungen (ICAs) der Schwestern vom Guten Hirten sind mittlerweile ein fester Bestandteil des Ordenslebens. Sie dienen nicht zuletzt der Vorbereitung des Kongregationskapitels im kommenden Jahr, das unter dem Motto „Gedrängt von der Liebe – Leidenschaft für Gerechtigkeit“ steht.
Eigentlich waren in diesem Jahr drei ICAs im Mutterhaus in Angers geplant, doch durch Corona kam alles anders. Die Kongregationsleitung suchte nach Alternativen und ermöglichte es gemeinsam mit der Vorbereitungsgruppe, dass die ICAs virtuell stattfinden konnten: acht Versammlungen für die verschiedenen Zeitzonen und Sprachgruppen. Die deutschen Schwestern nahmen an der ICA mit den Provinzen Österreich, Schweiz, Tschechien, Irland und Ost-Zentral Afrika (Kenia, Kongo) teil – eine ganz neue Erfahrung im Umgang mit den sozialen Medien. Schwester Cordis Ganslmeier, Leiterin der Provinz Deutschland/Albanien, war angetan von den technischen Möglichkeiten: „Für mich war es sehr beeindruckend, wie die ganze Welt auf diese Weise zusammengebracht wurde. In Rom waren die Technik und unsere Übersetzerin, die Moderatorinnen schalteten sich aus den USA und Irland zu, und wir saßen an unseren PCs in Deutschland. Auch wenn wir uns einerseits nicht international begegnen konnten, so war es andererseits bei dieser virtuellen ICA möglich, dass aus unserer Provinz außer den gewählten ICA-Delegierten auch weitere Schwestern, die beim Kapitel dabei waren, teilnehmen konnten. Insgesamt waren wir 18 Schwestern.“
Vor den ICAs wurden die thematischen Schwerpunkte in Form von kurzen Video-Vorträgen im Internet präsentiert. Während der fünftägigen Versammlung, die pro Tag jeweils zwei Sitzungen von zweistündiger Dauer umfasste, waren dann die Moderatorinnen Schwester Catharine Schneider OSF und Donna Fyffe, sowie die Referentinnen Hilary Musgrave und Monica Brow live zugeschaltet. Meditationen, Vorträge, Fra- gen und Diskussionen wechselten sich ab. Für viele Teilnehmer war es faszinierend, so viele Schwestern aus anderen Ländern auf den Bildschirmen zugeschaltet zu sehen.
Kongregationsleiterin Schwester Ellen Kelly sagte in ihrem einleitenden Grußwort: „Ich freue mich, so viele Schwestern aus den verschiedenen Provinzen der Kongregation und den verschiedensten Kulturen begrüßen zu können. Inmitten der Corona-Pandemie sind wir bereit, in Diskussionen und Reflexionen einzutreten über die Frage, was wichtig ist für uns. Ich glaube, wir sind durch die Pandemie noch sensibler geworden für die tiefe Trauer, die Angst und das Leiden jener Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben und jeden Tag um die Grundlagen ihrer Existenz kämpfen. Was wir in den letzten Monaten an Einschränkungen erlebt haben, ist für andere ein Kreuz, das sie täglich tragen müssen. Welche Botschaft bringt diese Erfahrung für jede von uns und die gesamte Kongregation mit sich und was können wir tun? Wir haben in unserer Ordensgemeinschaft viele Schwe- stern, die in einfachen Verhältnissen, nahe an der Erde und mit der Natur leben. Sie können uns vermitteln, was wichtig ist im Leben. Diese Erfahrungen werden die Tage unserer virtuellen Versammlung bereichern. Es geht um eine radikale Transformation unseres Denkens und unser Lebensweise. Die Welt wird sich verändern, wenn wir uns verändern.“
Die Schwerpunkte der ICAs waren Themen, die im Orden in den letzten Monaten weltweit bearbeitet wurden: der Aufruf zur Transformation, die Zusammenarbeit mit PartnerInnen in der Arbeit vor Ort, Versöhnung und Heilung als Aufgaben der apostolischen Arbeit sowie die Aktualisierung der gegenwärtigen Leitungs-Strukturen des Ordens.

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